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Studiengang Regie Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

N E W S L E T T E R

Januar/Februar/März 2019

Liebe LehrerInnen, StudentInnen, FördererInnen und FreundeInnen des Studiengangs Regie,

neben der Auseinandersetzung mit Repertoire-Opern stellt sich für Regiestudierende der Hochschule für Musik Hanns Eisler im Laufe des Studiums auch die Frage: „Wie kann eine Oper der Zukunft aussehen und welche künstlerischen Produktionsweisen können dabei eine Rolle spielen?“ Eine Reihe von Studierenden war im letzten Jahr bereits unmittelbar an der Inszenierung zeitgenössischer Musiktheaterwerke beteiligt, welche beispielsweise im alten Orchesterprobensaal der Staatsoper Berlin uraufgeführt wurden (u.a. von dem Regisseur Philippe Quesne oder dem Komponisten Manos Tsangaris). Zudem wird in diesem Semester eine weitere Uraufführung in Form eines Workshops begleitet. Die von Beat Furrer komponierte Oper „Violetter Schnee“ feiert am 13. Januar in der Staatsoper Berlin Premiere. Im Seminar mit der Dramaturgin Yvonne Gebauer und Gesprächen mit dem Sänger Georg Nigl und der Schauspielerin Martina Gedeck wurde den Regiestudierenden ein tiefer und sehr interessanter Einblick in die Produktion aus verschiedenen Perspektiven gewährt. In einem Anfang Januar stattfindenden Gespräch u.a. mit dem Regisseur Claus Guth wurde nun schließlich auch die Arbeitsweise an zeitgenössischen Musiktheaterwerken aus der Regieperspektive diskutiert.

Ende Januar beginnen bereits die Proben für die von Carl Maria von Weber komponierte Oper „Der Freischütz“, welche am 22. Februar um 20 Uhr im Heimathafen Neukölln Premiere feiert – inszeniert von Tilman aus dem Siepen, Regiestudent aus dem fünften Semester. Es handelt sich um eine gemeinsame Arbeit von Studierenden der HfM „Hanns Eisler“ mit dem Ensemble „ConTutti“ von der UdK und der KHS Weißensee.

Die Gesellschaft im Freischütz trägt weiterhin ihren Wald im Herzen. Nach dem 30jährigen Krieg liegt ihr Land und Gut geplündert und zerstört da. Von ihrem Wald sind, wenn überhaupt, nur noch kahle Bäume oder wackere Baumstumpfen geblieben. Die Lebensgrundlage, ihre Existenz haben sie verloren – neue Zeiten brechen an. Doch offensichtlich möchte sich diese Gesellschaft nicht weiterentwickeln. Verkrampft halten sie an alten Werten und Traditionen fest und entwickeln dabei eine ungesunde Gruppendynamik. Fremde werden mehr und mehr zu Außenseitern gemacht, wenn sie nicht mitspielen. Der Wald, der in diesem Stück eine so große Rolle spielt, wird in der Inszenierung von Tilman aus dem Siepen, im wahrsten Sinne des Wortes, lebendig! Seinen Platz nimmt der in exponierte Wald-Kostüme gekleidete Chor ein. Diese Menschen waren an den Wald angepasst, jetzt machen sie ihre Tarnfarben zum Wald selbst!

Weitere Vorstellungen finden am 23., 24. und 25. Februar, jeweils um 20 Uhr, statt. Mehr Informationen und Karten finden Sie unter https://www.heimathafen-neukoelln.de/spielplan?url=freischuetz19.

Zum Ende dieses Wintersemesters möchte ich allen Lehrenden für ihren unermüdlichen Einsatz im Unterricht und allen Studierenden für ihr Engagement in den Projekten und bezüglich der Wahrnehmung der Lehre recht herzlich danken!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Claus Unzen
Leiter des Studiengangs Regie