JULIA LWOWSKI

lwowskiJulia Lwowski studiert seit 2008 Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Prof. Claus Unzen, Bettina Auer und Corinna von Rad. Sie vertiefte ihre Erfahrungen durch Workshops bei Hans Neuenfels, Andreas Homoki, Jossi Wieler, Karoline Gruber, Stefan Herheim sowie Katharina Wagner und arbeitete an den Opernhäusern in Dortmund (mit Christine Mielitz), Potsdam (mit Uwe Laufenberg), Stuttgart (mit Alvaro Schoeck), Metz und bei den Schwetzinger Festspielen mit Joachim Schlömer.

Zu ihren bisherigen Inszenierungen gehören Versionen von Georges Bizets Carmen, Giuseppe Verdis La Traviata, Bastien und Bastienne von Wolfgang Amadeus Mozart, sowie Johann Strauss’ Die Fledermaus, Acis & Galatea von Georg Friedrich Händel und die Hörfunkoper Die Flut von Boris Blacher, welche sie am Hebbel-am-Ufer-Theater inszenierte. Hier führte sie auch im Oktober 2013 Gustav Mahlers Kindertotenlieder auf.

In Zusammenarbeit mit Michael Höppner entwickelte sie das Stück Seirenes – Eine Gesanginstallation, das als Gastspiel in Stettin beim „Inspiracje-Festival“ eingeladen wurde. Für Der Vampyr von Heinrich Marschner und Tschaikowskis letzte Oper Iolanthe übernahm sie neben der Regie auch das musikalische Arrangement.

Im Rahmen der Ausstellung „Wagner 2013. Künstlerpositionen“ in der Akademie der Künste inszenierte sie die Götterdämmerung nach Richard Wagner in einer Fassung für Akkordeon, Schlagwerk und Klezmertrio.

In Odessa geboren, kam Julia 1993 als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. Hier begann sie eine Violinausbildung (bei Fira Klimovitskaya und Viktoria Velyka) und strebte vorerst eine Musikerlaufbahn an. Die zeitgleiche Ausbildung im klassischen Tanz und das Interesse für Bühne und Schauspiel überwogen schließlich. Durch das Studium und die praktische Regiearbeit beschäftigt sie sich nun mit den Möglichkeiten der Kunstgattung Oper. Als Labor für das Erforschen eines zeitgenössischen, genreübergreifenden Musiktheaters gründete sie 2011 mit Franziska Kronfoth das LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV. In Zusammenarbeit mit der Galerina Steiner produziert das Kollektiv regelmäßig neue Episoden der Performancereihe Hauen und Stechen, die in Berlin auf sich aufmerksam machte. Für das Festival Männer in Garagen der Sophiensaele entwickelten sie die mehrteilige Inszenierung Die Herzen des Oktopus.

Regelmäßig entwickelt sie das Kostümbild für Hauen und Stechen sowie zuletzt für Bertolt Berchts Der gute Mensch von Sezuan im theaterwerk München in der Regie von Franziska Kronfoth.

Zu Julia Lwowskis letzten Regiearbeiten gehören Schwindel. Über das Verlieren nach Georg Philipp Telemann und Macbeth von Giuseppe Verdi in der Neuköllner Oper Berlin, sowie I believe in Jim Jones mit Tina Pfurr und Nele Jahnke am Ballhaus Ost. Dort inszenierte und produzierte sie auch im November in enger Zusammenarbeit mit OPERALAB Berlin, einem Ensemble für Neue Musik, im Rahmen der Klangwerkstatt Berlin die Uraufführung Once in a Lullaby.

 

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